Risikolebensversicherung: Versicherungssumme richtig festlegen
Mit der Versicherungssumme legst du fest, wie viel im Todesfall an deine Hinterbliebenen ausgezahlt wird. Für die richtige Höhe brauchst du mehr als eine Zahl: Entscheidend sind Einkommen, laufende Kosten, Kredite sowie dein Familien- und Zukunftsplan. Orientiere dich an sinnvollen Faustregeln und überprüfe deine Summe anhand realistischer Bedarfsposten.
TL;DR
- Antwort: Plane die Versicherungssumme so, dass die wichtigsten finanziellen Lücken im Todesfall geschlossen sind.
- Kriterium: Starte mit deinem Einkommen als grobe Orientierung und ergänze Kredite, Lebensstandard und (ggf.) Ausbildungskosten.
- Hauptvorbehalt: Keine Faustregel passt für jede Lebenssituation—prüfe Annahmen, Restlaufzeiten und den Bedarf realistisch.
- Nächster Schritt: Prüfe danach Tarife passend zu deiner gewünschten Versicherungssumme und Laufzeit.
Versicherungssumme bei der Risikolebensversicherung: Was sie wirklich leistet
Die Versicherungssumme ist die Leistung, die im Todesfall vereinbart und an die Hinterbliebenen ausgezahlt wird. Sie entscheidet damit direkt darüber, wie gut
- laufende Lebenshaltungskosten überbrückt werden,
- Schulden (z. B. Kredite) weiter bedient bzw. abgelöst werden können,
- und welche finanziellen Zukunftsposten (z. B. Ausbildung/Betreuung) abgesichert sind.
Je genauer die Summe zu deinem tatsächlichen Bedarf passt, desto besser erfüllt sie ihren Zweck.
Vergleichskriterien: Faustregel vs. Bedarfsrechnung
Statt nur eine Zahl „aus dem Bauch“ zu wählen, kannst du die Summe entlang mehrerer Kriterien festlegen. So vermeidest du Unter- oder Überdeckung.
1) Einkommen & Absicherungsdauer
Faustregel
- Ähnlichkeit: Nutzt das Einkommen als schnelle Orientierung.
- Nachteil: Kann zu kurz greifen, wenn die Absicherung länger gebraucht wird.
Bedarfsrechnung
- Ähnlichkeit: Prüft, wie lange finanzielle Unterstützung benötigt wird.
- Nachteil: Benötigt mehr Annahmen über Zeiträume und Entwicklungen.
Prüffrage: Wie lange brauchen Hinterbliebene finanziell Unterstützung – und was verändert sich in dieser Zeit?
2) Laufende Kosten & Lebensstandard
Faustregel
- Ähnlichkeit: Zielt darauf ab, den grundlegenden Bedarf abzudecken.
- Nachteil: Lebensstandard und laufende Kosten können schnell zu pauschal berücksichtigt sein.
Bedarfsrechnung
- Ähnlichkeit: Trennt zwischen Grundbedarf und weiterem Bedarf.
- Nachteil: Erfordert eine saubere Liste der Ausgaben.
Prüffrage: Welche Ausgaben würden nach deinem Tod „automatisch“ weiterlaufen?
3) Kredite & Restschuld (inkl. Nebenkosten/Anschlussrisiken)
Faustregel
- Ähnlichkeit: Berücksichtigt grob, dass Schulden abgesichert werden sollen.
- Nachteil: Restlaufzeit und zusätzliche Kosten sind leichter zu über- oder unterschätzen.
Bedarfsrechnung
- Ähnlichkeit: Verknüpft die Summe mit der zeitlichen Entwicklung der Verpflichtungen.
- Nachteil: Ist aufwendiger, wenn mehrere Posten beteiligt sind.
Prüffrage: Reicht die Versicherungssumme allein, um Kredit + notwendige Überbrückung zu stemmen?
4) Familien- und Zukunftsplan (Kinder, Partner, Ausbildung)
Faustregel
- Ähnlichkeit: Dient als Startpunkt, um die Richtung zu bestimmen.
- Nachteil: Zukunftsposten werden oft nur teilweise oder zu spät eingerechnet.
Bedarfsrechnung
- Ähnlichkeit: Verarbeitet Zeitpunkte und Phasen (Übergang, Betreuung, Ausbildung).
- Nachteil: Erfordert vorausschauende Annahmen.
Prüffrage: Gibt es absehbare Kosten, die nicht sofort „wegfallen“?
5) Zielgruppe/Status: Single, Partner, Alleinerziehend
Faustregel
- Ähnlichkeit: Orientierung über den typischen Bedarf.
- Nachteil: Familien- und Betreuungseffekte können zu pauschal ausfallen.
Bedarfsrechnung
- Ähnlichkeit: Leitet den Bedarf aus konkreten Konstellationen ab.
- Nachteil: Braucht klare Informationen, wer welche Kosten trägt.
Prüffrage: Wer ist nach deinem Ableben die Zielgruppe der Absicherung – und wie entwickeln sich die Kosten?
Ähnlichkeiten & Unterschiede: Faustregel vs. echte Bedarfsrechnung
Viele nutzen eine Faustregel als Startpunkt. Die Faustregel ist nützlich, aber sie ersetzt keine individuelle Rechnung.
Gemeinsamkeiten
- Beide Ansätze starten mit dem Gedanken: Absicherung soll finanzielle Lücken schließen.
- Beide prüfen: Wie lange und wofür braucht es Geld im Todesfall.
Unterschiede
- Faustregel (Orientierung): liefert schnell eine grobe Spanne.
- Bedarfsrechnung (Planung): setzt die Summe aus konkreten Posten zusammen (Kosten, Kredite, Zeitachse).
Nachteile beider Extreme (warum „zu wenig“ und „zu viel“ schaden kann)
- Zu niedrig gewählt: Hinterbliebende geraten schneller in finanzielle Not; Kredite können nicht oder nur teilweise bedient werden.
- Zu hoch gewählt: Beiträge können unnötig steigen; auch zahlst du möglicherweise für einen Bedarf, der im Ergebnis gar nicht in dieser Höhe erforderlich ist.
Zwei sinnvolle Vorgehensweisen, um zur Summe zu kommen
Option A: Faustregel als erster Check
- Orientiere dich grob am (Brutto-)Einkommen.
- Überlege, ob zusätzlich Kredite, laufende Kosten und weitere Posten die Summe erhöhen müssen.
- Prüfe die Annahmen anhand deiner konkreten Restlaufzeiten.
Nutzen: schnell, gut zum Start.
Option B: Bedarfsposten als Hauptmethode
- Liste die finanziellen Verpflichtungen auf (z. B. Kredite, laufende Fixkosten).
- Ergänze zeitgebundene Kosten (z. B. Ausbildung/Betreuung).
- Berücksichtige, wie sich die Situation nach Eintritt des Ereignisses verändert (z. B. möglicher Wiedereinstieg).
- Leite daraus eine realistische Versicherungssumme ab.
Nutzen: passgenauer, weniger Fehlanpassung.
Wer profitiert wovon? (Audience AB)
- Wenn du eher unsicher bist und schnell starten willst: Option A (Faustregel als erster Check) hilft dir, eine Größenordnung zu finden.
- Wenn du eine belastbare Planung willst (z. B. Kinder, größere Kredite, klare Zeitachsen): Option B (Bedarfsposten) ist meist die bessere Grundlage.
Ideal ist oft: erst Option A zum schnellen Verständnis, dann Option B zur Feinjustierung.
Erhöhung später: Was du im Blick behalten solltest
Je nach Tarif kann es möglich sein, die Versicherungssumme später anzupassen, wenn sich dein Bedarf verändert. Schau dafür im jeweiligen Vertrag nach, welche Voraussetzungen gelten und welche Folgen das für Kosten und Leistung hat.
Grenzen & praktische Tipps: So vermeidest du typische Probleme
- Vergleiche nicht nur „Maximalbeträge“, sondern den Bedarf: Plane für deine reale Situation.
- Beachte Restlaufzeiten bei Krediten: Eine Versicherungssumme sollte zu deinem Zeitplan passen.
- Dokumentiere deine Annahmen: So kannst du später nachvollziehen, warum die Summe gewählt wurde.
Vergleich als Nächster Schritt
Wenn du weißt, welche Versicherungssumme du ungefähr brauchst, lohnt sich der Blick auf Tarife und Konditionen. So findest du ein Setup, das zu deiner Summe und Laufzeit passt.
Prüfe danach, welche Tarife zu deiner gewünschten Versicherungssumme und Laufzeit passen.
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