Lebensversicherung: Welche Summe brauchst du wirklich?
Wenn du dich fragst, wie hoch deine Lebensversicherung sein sollte, gibt es keine „eine“ richtige Zahl. Maßgeblich ist der finanzielle Bedarf, den deine Hinterbliebenen nach deinem Tod über mehrere Jahre tragen müssen – abzüglich vorhandener Rücklagen. Mit Faustregeln als Start und einer klaren Bedarfsmethode findest du eine plausible Zielsumme.
TL;DR
- Antwort: Die Versicherungssumme richtet sich nach deinem Absicherungsbedarf (Kosten + Schulden − vorhandenes Vermögen).
- Faustregel (Startpunkt): 3- bis 5-faches Bruttojahreseinkommen als grobe Orientierung.
- Entscheidend: Szenario wählen (Single/Mit Kindern/mit Immobiliekredit) und Lücken vermeiden.
- Nächster Schritt: Prüfe deine Zielsumme beim Sterbegeldtarife vergleichen-Tool und passe die Höhe anhand deiner Angaben an.
Bedarf statt Bauchgefühl: So leitest du die Versicherungssumme ab
Als erstes rechnest du den Zeitraum grob durch, der nach deinem Tod überbrückt werden muss. Danach ziehst du Vermögen/Rücklagen ab. Typische Bausteine sind:
- laufende Lebenshaltungskosten,
- Schulden/Kredite,
- Ausgaben für Kinder (z. B. Ausbildung/Betreuung),
- langfristige Verpflichtungen,
- vorhandene Rücklagen.
Drei Situationen, in denen die Zielsumme besonders unterschiedlich ausfällt
1) Single ohne Kinder und mit geringen Schulden
Oft geht es eher um eine „Abfederung“ statt um eine komplette Einkommensersetzung. Hier sind Rücklagen wichtiger als bei Familien. Typische Vorgehensweise: Bedarf für den Übergangszeitraum ermitteln und Schulden besonders berücksichtigen.
2) Familie mit Kindern (Ausbildung/Betreuung ist ein langer Hebel)
Bei Kindern ist die Absicherung häufig über viele Jahre relevant. Kinderkosten sind meist nicht nur einmalig, sondern über die Zeit verteilt. Typische Vorgehensweise: laufende Kosten + Kinder-/Ausbildungsausgaben planen und vorhandenes Vermögen/Rücklagen klar abziehen.
3) Immobilie/Kredit mit hoher Restschuld
Wenn ein größerer Kredit weiterläuft, muss die Versicherungssumme so bemessen sein, dass die Hinterbliebenen die Raten im Ernstfall weiter bedienen können. Typische Vorgehensweise: Restlaufzeit und Restschuld berücksichtigen und Lücken zwischen Bedarf und Rücklagen schließen.
Faustregeln nutzen – aber richtig einordnen
Die bekannte Faustregel „3- bis 5-faches Bruttojahreseinkommen“ eignet sich als Startpunkt. Sie ersetzt aber keine persönliche Bedarfsrechnung, weil Schulden, Vermögen und Familienstruktur die nötige Summe stark verschieben können.
Zwei Fragen, die du vor der Entscheidung klären solltest
- Fehlt nach deinem Tod regelmäßig Geld? (laufende Kosten + Verpflichtungen − verfügbare Mittel)
- Gibt es einen großen „Kredit-/Zeitfaktor“? (z. B. Immobilienrestschuld oder lange Kinderphase)
Wenn du eine der Fragen klar mit „Ja“ beantwortest, ist es meist ein Hinweis, dass eine pauschale Summe zu niedrig sein kann.
Zweifel-Fall: Wann die Summe sich „komisch“ anfühlt
Wenn dir die errechnete Zielsumme sehr hoch oder sehr niedrig vorkommt, prüfe statt nur zu raten:
- Sind Rücklagen/Vermögen realistisch berücksichtigt?
- Sind Schulden mit Restlaufzeit enthalten (nicht nur die aktuelle Höhe)?
- Ist die Dauer der Absicherung passend (z. B. bis Ausbildung endet)?
Unklare Eingaben sind kein Grund, die Frage zu beenden – sie sind eher ein Signal, die Parameter zu präzisieren.
So machst du aus der Zielsumme eine prüfbare Entscheidung (Checkliste)
- Jahresbrutto als Startpunkt festhalten (Faustregel)
- Monatliche Kosten grob summieren (und Dauer)
- Offene Kredite/Restlaufzeiten einrechnen
- Kinder-/Ausbildungsausgaben bzw. Betreuungsbedarf berücksichtigen
- Vermögen/Rücklagen abziehen
- Betrag festlegen und mit Beitrags-/Konditionslogik abgleichen
Rechner & Vergleich: Konditionen zur Zielsumme prüfen
Digitale Tools können helfen, verschiedene Szenarien durchzuspielen und die Versicherungssumme an deine Angaben anzupassen. Gerade wenn du mehrere Faktoren hast (Kinder + Kredit + begrenzte Rücklagen), lohnt der Vergleich, um die passende Höhe im Verhältnis zu den Beiträgen zu finden.
Nächster Schritt: Sterbegeldtarife vergleichen
Wenn du deine Zielsumme weiter eingegrenzt hast, kannst du sie mit passenden Tarifen für Laufzeit und Absicherungsziel abgleichen. So erkennst du, ob noch Lücken bestehen oder ob die Belastung für dich zu hoch wäre.
Weiterführende Artikel (hilft beim Einordnen)
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