Wie hoch sollte die Versicherungssumme bei der Lebensversicherung sein?
Viele überschätzen oder unterschätzen die Versicherungssumme. Du solltest die Summe so festlegen, dass im Todesfall laufende Kosten und geplante Ausgaben deiner Familie (inkl. Kredite) abgedeckt sind – ohne deine laufenden Beiträge zu sprengen. Dafür brauchst du keinen „perfekten“ Wert: eine nachvollziehbare Bedarfsschätzung plus ein kurzer Abgleich deiner Prioritäten reicht meist.
TL;DR
- Antwort: Die Versicherungssumme richtet sich nach deinem finanziellen Bedarf im Todesfall, nicht nach einer festen Zahl.
- Kriterium: Prüfe Verpflichtungen (z. B. Kredite), zukünftige Kosten (z. B. Ausbildung) und gewünschten Lebensstandard.
- Wichtigster Vorbehalt: Faustregeln sind nur Orientierung – dein Ergebnis kann deutlich davon abweichen.
- Als Nächstes kann eine Bedarfsschätzung als Grundlage dienen, um anschließend passende Sterbegeld-/Risikolebensoptionen anhand der eigenen Anforderungen gegenüberzustellen.
Was bedeutet „Versicherungssumme“ im Todesfall?
Die Versicherungssumme ist der Betrag, den die Versicherung im Todesfall auszahlt. Bei Risikolebens- und Sterbegeldversicherungen dient sie vor allem dazu, Hinterbliebene finanziell abzusichern.
Wichtig: Die „richtige“ Summe ist die, die zu deinem Bedarf passt – und nicht die, die maximal möglich ist.
3 typische Situationen: So wirkt sich dein Bedarf aus
1) Familie mit laufenden Lebenshaltungskosten Wenn Einkommen wegfällt, soll die Auszahlung Zeit kaufen: Miete/Finanzierung, Alltag und Betreuung können zumindest teilweise überbrückt werden.
2) Offene Kredite oder laufende Verpflichtungen Wenn Schulden bestehen, sollte die Versicherungssumme so gewählt sein, dass sie diese im Todesfall mit abfedert (oder zumindest einen großen Teil).
3) Geplante Zukunftskosten (z. B. Ausbildung/Studium) Auch einmalige oder zeitlich befristete Kosten können die Summe treiben. Gerade wenn Kinder noch längere Zeit in Ausbildung sind, kann der Bedarf über mehrere Jahre „laufen“.
Zwei Entscheidungfragen, die dich schnell zur passenden Richtung bringen
- Welche Ausgaben sollen im Todesfall wirklich gedeckt werden? (laufende Kosten vs. einmalige Posten)
- Wie viel Zahlungsstress möchtest du vermeiden? (damit die Beiträge im Budget bleiben)
Wenn du diese beiden Fragen beantwortest, kannst du die Versicherungssumme deutlich besser eingrenzen.
Welche Faktoren du bei der Summenwahl berücksichtigen solltest
- Familienstand und Anzahl der Personen im Haushalt: Mehr Menschen bedeuten häufig mehr laufenden Bedarf.
- Offene Kredite und sonstige Verpflichtungen: Diese Posten sollten in die Bedarfsschätzung einfließen.
- Lebensstandard: Ein „Ziel-Lebensstandard“ hilft, die Summe realistisch zu bemessen.
- Zeitplan der Ausgaben: Manche Kosten fallen heute an, andere später (z. B. Ausbildung).
Faustregel: sinnvoll als Startpunkt – aber nicht als Endergebnis
Als grobe Orientierung wird oft genannt, eine Summe in der Größenordnung des mehrjährigen Jahresbruttoeinkommens zu wählen. Das kann dir helfen, nicht bei „zu klein“ zu landen.
Entscheidend ist aber: Prüfe diese Orientierung anschließend an deinem konkreten Bedarf (Kosten, Kredite, Dauer). So vermeidest du, dass eine pauschale Formel deine Situation unpassend abbildet.
Konstante, steigende oder fallende Summen: Welche passt wozu?
- Konstante Summe: Bei Bedarf, der über die Laufzeit ähnlich bleibt.
- Steigende Summe: Wenn der Bedarf voraussichtlich wächst (z. B. durch Einkommensentwicklung oder bestimmte Planungen).
- Fallende Summe: Häufig bei Situationen, in denen der Bedarf im Zeitverlauf sinkt (z. B. weil Kredite abbezahlt werden).
Auswirkung auf die Beiträge: lieber „passend“ als „maximal“
Grundsätzlich gilt: Höhere Summen bedeuten oft höhere Beiträge. Deshalb solltest du deine Summe nicht nach dem maximal möglichen Wert wählen, sondern nach einem Betrag, den du auch langfristig zuverlässig bezahlst.
Hinweis: Die genaue Beitragshöhe hängt von weiteren Kriterien ab, zum Beispiel Laufzeit, Tarifdetails, persönlicher Situation und möglichen Tarifbedingungen. Ein Vergleich kann für den realistischen Abgleich hilfreich sein.
Typische Missverständnisse (damit du nicht an der falschen Stelle optimierst)
- „Wenn ich mehr wähle, ist es automatisch besser.“ Besser ist, wenn es zu deinem Bedarf und Budget passt.
- „Die Versicherungssumme wird einmal festgelegt und bleibt für immer.“ In vielen Fällen kann eine Anpassung sinnvoll sein, wenn sich Familie, Einkommen oder Schulden verändern.
- „Faustregeln ersetzen die Bedarfsschätzung.“ Sie sind nur Startpunkte.
Schritt-für-Schritt: So bestimmst du deine grobe Zielsumme
- Liste deine relevanten Posten im Todesfall (laufende Kosten, Kredite, zeitlich begrenzte Ausgaben).
- Schätze den Zeitraum der Überbrückung (z. B. bis Ausbildung endet, bis Kredite abbezahlt sind).
- Lege einen Ziel-Lebensstandard fest (realistisch, nicht idealisiert).
- Nutze die Faustregel nur zur Plausibilisierung – und korrigiere nach Bedarf.
- Abgleich mit deinem Budget: Wähle eine Summe, die du voraussichtlich dauerhaft tragen kannst.
Kontext-Links: Vertiefe genau den Teil, der dich betrifft
- Ablaufleistung bei der Lebensversicherung: Was du wissen solltest: /vorsorge/sterbegeldversicherung/ablaufleistung-lebensversicherung/
- Ablebensschutz: Warum er für deine Familie und Kredite wichtig ist: /vorsorge/sterbegeldversicherung/ablebensschutz-was-du-wissen-solltest/
- Ablebensversicherung für Kredite: Was du wissen solltest: /vorsorge/sterbegeldversicherung/ablebensversicherung-kredit/
- Alles, was du über die Ablebensversicherung wissen solltest: /vorsorge/sterbegeldversicherung/ablebensversicherung-was-du-wissen-musst/
Nächster Schritt: Tarife auf Bedarf & Budget prüfen
Wenn die grobe Zielsumme feststeht, kann ein Vergleich von Sterbegeldtarifen helfen, Optionen nach Bedarf und Rahmenbedingungen einzuordnen.
Ein Vergleich kann dabei helfen, aktuelle Konditionen und Rahmenbedingungen zu prüfen.
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