Aktien als Sicherheit für Kredit: So funktioniert ein Wertpapierkredit
Aktien können als Kreditsicherheit dienen, indem du sie (typischerweise) verpfändest. So bekommst du Liquidität, ohne die Wertpapiere direkt verkaufen zu müssen. Entscheidend ist aber die Beleihungsquote und die mögliche Nachschusspflicht: Bei Kursrückgängen kann es zu einem Margin Call kommen.
TL;DR
- Über einen Wertpapierkredit kannst du verpfändete Aktien als Sicherheit nutzen.
- Maßgeblich ist die Beleihungsquote deines Depots.
- Kursverluste können – je nach Vertrag – Margin Calls mit möglichen Folgehandlungen auslösen.
- Ob Nachschuss oder Verwertung konkret passiert, hängt vom Modell und den Bedingungen ab.
Was bedeutet „Aktien als Kreditsicherheit“?
Wenn du Aktien besitzt und trotzdem kurzfristig Geld brauchst, kann ein Wertpapierkredit in Frage kommen. Dabei werden deine Wertpapiere nicht verkauft, sondern als Sicherheit eingesetzt: Der Kreditgeber erhält dabei ein Sicherungsrecht am Depot bzw. an den Aktien.
Wichtig: Solche Modelle sind nicht „kostenloses Geld mit Sicherheiten“, sondern klar an Bedingungen geknüpft – insbesondere daran, wie viel des Depotwerts als Beleihungswert anerkannt wird.
Wie läuft ein Wertpapierkredit mit verpfändeten Aktien typischerweise ab?
In der Praxis folgt der Prozess meist diesem Grundmuster:
- Du nennst dein Depot und bietest bestimmte Wertpapiere als Sicherheit an.
- Die Bank prüft, welche Aktien/Bestände sie als Sicherheiten akzeptiert.
- Du erhältst den Kredit, während die Aktien verpfändet sind.
- Während der Laufzeit wird der Sicherheitenbestand laufend überwacht.
Ob und unter welchen Konditionen du genau welchen Betrag bekommst, hängt von der Beleihungslogik des Anbieters ab.
Beleihungsquote: Wie viel Kredit ist realistisch?
Bei Aktien wird häufig nicht der volle aktuelle Depotwert als Kreditsicherheit akzeptiert, sondern nur ein Anteil – die Beleihungsquote. Dadurch soll das Risiko von Kursschwankungen für den Kreditgeber begrenzt werden.
Konsequenz für dich: Selbst wenn dein Depot „auf dem Papier“ viel wert ist, kann der aus dem Depot maximal finanzierbare Kreditbetrag entsprechend niedriger ausfallen.
Die Risiken, die du vorab verstehen solltest (Margin Call & Verkaufsdruck)
Der zentrale Risikofaktor bei aktienbasierten Sicherheiten sind Kursbewegungen.
- Kursverluste: Sinkt der Wert deiner verpfändeten Aktien, kann die Sicherheit im Verhältnis zur Kreditsumme abnehmen.
- Margin-Call-Mechanik: Je nach Vertrags- und Modellbedingungen kann es bei Unterschreitung bestimmter Werte zu einer Aufforderung kommen, zusätzliche Sicherheiten bereitzustellen.
- Folgehandlungen bei Nichtreaktion: Falls du innerhalb der vereinbarten Fristen nicht wie erforderlich handelst, kann es – je nach Bedingungen – zu Verwertungsmaßnahmen kommen, um den Kredit abzusichern.
Das bedeutet: Du solltest auch einkalkulieren, wie du im Fall eines Kursrückgangs schnell handeln würdest (z. B. ob Nachschuss möglich ist, ob ein Verkauf als Maßnahme in Frage kommt und wie dein Liquiditätsplan aussieht).
Aktien im Vergleich zu anderen Sicherheiten: Was heißt das für deine Entscheidung?
Ein Wertpapierkredit kann sinnvoll sein, wenn du Liquidität benötigst, aber deine Wertpapiere nicht sofort verkaufen willst.
Im Gegenzug gilt jedoch:
- Aktien sind meist volatiler als viele andere Sicherheiten.
- Je nach Modell kann die Entscheidung deshalb stark davon abhängen, wie gut du Schwankungen abfedern kannst.
Für wen eignet sich ein Wertpapierkredit eher – und für wen nicht?
Eher passend, wenn du
- einen Depotbestand hast, den der Anbieter grundsätzlich als Sicherheit akzeptiert,
- die Beleihungslogik und die relevanten Bedingungen verstanden hast,
- und in der Lage bist, bei Kursrückgängen zeitnah zu reagieren.
Eher weniger passend, wenn du
- steigende Nachschuss-/Liquiditätsrisiken möglichst vermeiden willst,
- kurzfristig nicht flexibel bist, Sicherheiten nachzulegen,
- oder bereits weißt, dass Kursverluste dich finanziell hart treffen würden.
Kosten & Konditionen: Was du vergleichen solltest
Bei Krediten mit Sicherheiten können sich die Konditionen je nach Anbieter unterscheiden. Achte beim Vergleich besonders auf:
- die konkrete Kondition des Kredits (Gesamtkosten statt nur „Zinsgefühl“),
- mögliche zusätzliche Gebühren (z. B. rund um die Vertrags-/Depotstruktur),
- die Bedingungen rund um Beleihung, Überwachung und Sicherheitenanforderungen.
Da sich Konditionen ändern können, lohnt sich ein direkter Vergleich.
Lombardkredit: Was ist daran „besonders“?
Für dich zählt am Ende weniger der Name, sondern welche konkreten Regeln der Anbieter für Beleihungswert und die möglichen Reaktionen bei Margin-Call-Situationen festlegt.
Fazit: Lohnt sich „Aktien als Sicherheit“ für deinen Kredit?
Ein Wertpapierkredit kann attraktiv sein, wenn du kurzfristig Geld brauchst, aber deine Aktien nicht sofort verkaufen willst. Gleichzeitig ist das Modell nicht frei von Risiko: Kursrückgänge können je nach Vertrag zu Margin Calls führen, wodurch – je nach Bedingungen – Nachschüsse oder Verwertung drohen können.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Wie viel Kredit bekomme ich mit Aktien als Sicherheit? Das hängt davon ab, welche Beleihungsquote der Anbieter für deine Wertpapiere akzeptiert.
- Was ist der größte Unterschied zu „normalen“ Krediten? Vor allem die Absicherung über das Depot und die möglichen Sicherheiten- bzw. Nachschussregeln bei Kursbewegungen.
- Was passiert bei stark fallenden Kursen? Je nach Vertragslage kann es zu einem Margin Call kommen: Du müsstest ggf. Sicherheiten nachlegen oder die Bank kann Sicherheiten verwerten.
- Welche Aktien sind besser geeignet? Grundsätzlich zählen Akzeptanz und Liquidität der Papiere beim Anbieter – konkret wird das im Angebot/Vertrag festgelegt.
Hinweis: Dieser Beitrag ist allgemeine Information und ersetzt keine individuelle Prüfung durch einen Anbieter oder Finanzberater.
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