Kautel Mietkaution: Versicherung & Alternativen im Überblick
Die Kautel Mietkaution wird als Mietkautionsbürgschaft angeboten. Dabei hinterlegt der Mieter beim Vermieter eine Bürgschaftsurkunde eines Versicherers als Sicherheit, statt den Kautionsbetrag vollständig als Barkaution bereitzustellen. Das setzt voraus, dass der Vermieter diese Form der Sicherheit akzeptiert. Kautel beschreibt die Bürgschaft als gesonderten Vertrag; sie ist kein Kredit und die laufenden Beiträge tilgen keine Kautionssumme.[1]
Wie eine Bürgschaft statt Barkaution funktioniert
Der Anbieter stellt nach Antrag und Vertragsabschluss eine Bürgschaftsurkunde aus, die dem Vermieter als Sicherheit übergeben wird. Wird die Bürgschaft in Anspruch genommen, richtet sich die Abwicklung nach den Bedingungen des Versicherers. In den veröffentlichten Bedingungen der Württembergischen Versicherung ist vorgesehen, dass der Versicherungsnehmer dem Versicherer einen an den Vermieter gezahlten Bürgschaftsbetrag samt Kosten erstatten muss.[2] Eine Bürgschaft beseitigt eine berechtigte Forderung des Vermieters daher nicht; sie verändert zunächst die Form der gestellten Sicherheit.
Die konkreten Bedingungen und beteiligten Versicherer können je nach Produktvariante abweichen. Kautel stellt mehrere Produkt- und Vertragsunterlagen bereit. Für die jeweilige Bürgschaft sind deshalb die mit dem Antrag ausgehändigten Vertragsbedingungen maßgeblich.[3]
Laufende Beiträge und Barkaution auseinanderhalten
Bei einer Barkaution wird Geld als Mietsicherheit bereitgestellt und unterliegt bei Wohnraummiete den Regeln des § 551 BGB. Danach ist die Sicherheit grundsätzlich auf höchstens drei Monatsmieten ohne Betriebskostenvorauszahlungen begrenzt; eine Geldkaution kann in drei gleichen Monatsraten geleistet werden.[4]
Bei einer Bürgschaft fallen dagegen Beiträge an, die für die Bereitstellung der Sicherheit gezahlt werden. Sie werden nach den jeweiligen Produktbedingungen berechnet und bauen nicht automatisch einen rückzahlbaren Kautionsbetrag auf. Ein Kostenvergleich muss daher Laufzeit und Gesamtbeiträge der Bürgschaft neben der Liquidität und Behandlung einer Barkaution betrachten. Eine Bürgschaft ist nur dann eine vertraglich nutzbare Alternative, wenn der Vermieter sie annimmt.
Was im Schaden- oder Streitfall wichtig bleibt
Die Bürgschaft deckt die in der Urkunde und den Bedingungen vereinbarten Ansprüche bis zur vereinbarten Grenze. Nach einer Zahlung des Versicherers können Erstattungsansprüche gegen den Versicherungsnehmer entstehen. Ob eine Forderung des Vermieters berechtigt ist, richtet sich weiterhin nach Mietvertrag und Sachverhalt; die bloße Bürgschaftsurkunde entscheidet diesen Streit nicht.
Vor Abschluss sollten Produktvariante, Versicherer, Bürgschaftssumme, Beitrag, Laufzeit, Kündigungsweg und Rückgriff des Versicherers in den aktuellen Unterlagen geprüft werden. Dieser Überblick beschreibt das Produktmodell und gibt keine individuelle Rechts- oder Finanzberatung.
Quellen
- Kautel, „FAQ – Häufige Fragen zur Mietkautionsbürgschaft“.
- Württembergische Versicherung / Kautel, „Allgemeine Versicherungsbedingungen für die Mietkautionsversicherung“, Stand 9. März 2020.
- Kautel, „Produktinformationen und Serviceunterlagen“.
- Bürgerliches Gesetzbuch, § 551 „Begrenzung und Anlage von Mietsicherheiten“.
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