Bausparvertrag: Was bedeutet Promille (‰)?
Promille (‰) ist im Bausparen eine Kennziffer, die als Tausendstel für einen bestimmten Maßstab genutzt wird. Aus einer ‰-Angabe lässt sich meist ein Euro-Wert fürs Rechnen ableiten – wichtig ist aber immer, wofür genau die Kennziffer steht und welche Vertragslogik dahinterliegt.
TL;DR
- Antwort: Promille (‰) heißt Tausendstel – 1‰ entspricht 0,1%.
- Umrechnung: Grob nach Bausparsumme × Promille / 1.000 (z. B. für Spar- oder Tilgungsanteile).
- Realismus-Check: Promille sind Planungswerte; Zuteilung, Konditionen und Kosten können das Ergebnis spürbar verändern.
- Nächster Schritt: Vergleiche Bauspartarife über mehr als einzelne ‰-Kennziffern (Tariflogik, Euro-Beträge, Kosten).
Was bedeutet Promille (‰) beim Bausparvertrag?
„Promille“ ist eine Rechengröße und bedeutet Tausendstel: 1‰ entspricht 0,1%. In Bauspartarifen begegnet dir diese Angabe oft bei der Spar-/Regelrate (z. B. dem Regelsparbeitrag) sowie bei tilgungsrelevanten Kennwerten.
Promille sind dabei vor allem ein Umrechnungsrahmen. Wie sich dein Vertrag am Ende verhält, hängt davon ab, welche Bedingungen und Annahmen im konkreten Tarif hinterlegt sind.
Regelsparbeitrag: So übersetzt du Promille in Euro
Wenn dein Tarif Promille für den Regelsparbeitrag nutzt, kannst du die geplante Sparrate grob abschätzen.
Grundidee:
- Regelsparbeitrag ≈ Bausparsumme × Promille / 1.000
Damit machst du aus einer ‰-Zahl eine Euro-Größe, die du besser mit deinem Budget oder anderen Angeboten abgleichen kannst.
Zur Einordnung: In Stiftung-Warentest-Vergleichen wird beschrieben, dass der Sparbeitrag bei Bausparverträgen vom Anbieter vorgegeben wird und in Promille der Bausparsumme angegeben sein kann. (test.de)
Tilgungsrate: Was Promille in der Kreditphase bedeuten kann
Aus vergleichbaren Erklärungen (z. B. Lexikon/Erklärseiten) ist die Grundlogik bekannt: Tilgungsraten werden häufig in Promille der Bausparsumme festgelegt und können so in Eurowerte übersetzt werden. (fmh.de)
Gerade deshalb solltest du Angebote nicht isoliert nach einer einzelnen ‰-Angabe beurteilen.
Kriterien-Vergleich: Worauf du bei Promille im Bausparvertrag achten solltest
Damit du Tarife fair gegenüberstellen kannst, nutze folgende Kriterien. Zu jedem Kriterium gibt es zwei sinnvolle Blickrichtungen („Option A“ vs. „Option B“).
Kriterium 1: Umrechenbarkeit in Euro (Spar- bzw. Tilgungsanteil)
- Option A: Du rechnest die geplante Spar-/Tilgungsgröße aus ‰ × Bausparsumme / 1.000 in Euro um.
- Option B: Du prüfst ergänzend, ob der Tarif im Angebot bereits die Euro-Beträge für die relevanten Zeitabschnitte ausweist.
Warum das wichtig ist: Promille ist eine Rechengröße – die Euro-Angabe (oder dein Überschlag) hilft dir, den Wert im Alltag mit anderen Angeboten abzugleichen.
Kriterium 2: Planungswert vs. tatsächliche Entwicklung
- Option A: Du behandelst Promille als Planungsrahmen und nutzt sie nur als ersten Orientierungswert.
- Option B: Du bittest bzw. prüfst konkrete Vertragsdetails, um zu verstehen, wie Annahmen (z. B. Vertragslogik/Zuteilung) die Planung beeinflussen.
Warum das wichtig ist: Promille ersetzt nicht den Blick auf die Vertragslogik.
Kriterium 3: Kostenumfang über die ‰-Zahl hinaus
- Option A: Du schaust primär auf die ‰-Angabe und übersetzt sie in Euro.
- Option B: Du schaust zusätzlich auf die Kostenpositionen (z. B. laufende Kosten, Gebührenbestandteile) und stellst sie zu den geplanten Raten in Beziehung.
Warum das wichtig ist: Gleiche Promille sagen wenig darüber aus, welche Kosten insgesamt anfallen.
Zur Erinnerung: Stiftung Warentest stellt in seinen Bauspar-Übersichten und Vergleichen typischerweise nicht nur auf die monatliche Sparleistung ab, sondern betrachtet im Kontext auch weitere Vertragspunkte. (test.de)
Kriterium 4: Zuteilung & Vertragsbedingungen
- Option A: Du vergleichst Spar-/Tilgungskennwerte (‰) ohne tiefer in Bedingungen einzusteigen.
- Option B: Du vergleichst die zugrunde liegenden Bedingungen (z. B. Zuteilungslogik/Vertragskonstruktion), damit Kennwerte wirklich vergleichbar sind.
Warum das wichtig ist: Unterschiedliche Konstruktionen können trotz ähnlicher Kennziffern zu abweichenden Ergebnissen führen.
Gemeinsamkeiten & Überlappungen (damit du Äpfel nicht mit Birnen vergleichst)
Auch wenn Promille in verschiedenen Abschnitten vorkommen kann (Sparphase vs. Kredit-/Tilgungsphase), gibt es gemeinsame Leitregeln:
- Promille ist immer eine Umrechnungslogik (Tausendstel).
- Die Vergleichbarkeit hängt davon ab, wofür die ‰-Zahl genau steht (Regelsparbeitrag oder ein tilgungsrelevanter Maßstab).
- Ohne Kontext sind Kennziffern nur Einstiegspunkte, aber kein vollständiges Entscheidungsbild.
Pro & Contra: Promille hilft beim Vergleichen – aber nicht allein
Vorteile
- Schnelles Überschlagen: Du kannst aus ‰ eine Euro-Größe ableiten.
- Bessere Orientierung: Du bekommst ein Gefühl, ob die geplante Spar- oder Tilgungsrate zu dir passt.
Nachteile
- Relative Größe kann täuschen: Gleiche ‰-Werte können je nach Bausparsumme zu unterschiedlichen Eurobeträgen führen.
- Planungswerte statt Garantie: Annahmen können sich im Zeitverlauf ändern.
- Kostenbestandteile bleiben sonst leicht verborgen: Gebühren und weitere Kosten siehst du nicht automatisch aus der Promille-Zahl.
Risiken zuerst: Was du vor dem Vergleich unbedingt prüfen solltest
- Tariflogik & Planwerte: Promille geben dir eine Rechengrundlage – nicht zwingend die tatsächliche Entwicklung.
- Zuteilung und Vertragsbedingungen: Unterschiedliche Konstruktionen können trotz ähnlicher Kennziffern zu anderen Ergebnissen führen.
- Gebühren & Kostenpositionen: Prüfe die Gesamtheit der Kosten, nicht nur die Umrechnung in Euro.
Empfehlungen nach deiner Ziel-Situation (kein „One-size-fits-all“)
- Wenn du ein klares Budget hast: Rechne Spar- und Tilgungsbestandteile aus den ‰-Werten in Euro um und prüfe, ob das zur geplanten Lebensrealität passt.
- Wenn du Spielraum brauchst: Achte darauf, ob und wie der Tarif Anpassungen zulässt (z. B. Sonderzahlungen) und welche Folgen das für die Planungsrechnung hat.
- Wenn du die Kreditphase bewerten willst: Schau auf das Zusammenspiel aus tilgungsrelevanten Kennwerten und den tariflichen Annahmen, statt nur eine einzelne Zahl zu vergleichen.
Neutraler nächster Schritt: Vergleiche Tarife über konkrete Kennwerte – nicht nur über ‰
Wenn du herausfinden willst, welcher Tarif zu dir passt, prüfe die konkreten Konditionen und Kennwerte im jeweiligen Angebot (nicht nur die ‰-Angaben). So lässt sich besser einschätzen, ob das zu deinem Ziel und Budget passt.
Interne Ratgeber (weiterführend)
Als Orientierung kannst du zusätzlich diese Ratgeber im Bausparen-Kontext lesen:
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