Bausparsumme berechnen: So findest du die richtige Zielsumme für deinen Bau- oder Bausparvertrag
Bausparsumme heißt: die Zielsumme deines Bausparvertrags. Aus ihr wird nach der Zuteilung das Bauspardarlehen abgeleitet. Damit beeinflusst sie, ob deine geplanten Bau- oder Kaufkosten inklusive Kaufnebenkosten später finanziell gut zu deinem Plan passen – und ob die Zuteilung zeitlich zu deinem Vorhaben passen kann. Wenn du sie falsch dimensionierst, entsteht oft nicht sofort ein Problem, sondern erst im Zusammenspiel aus Sparphase, Timing und Abruf.
TL;DR
- Antwort: Die Bausparsumme ist die Zielgröße aus Bausparguthaben + späterem Bauspardarlehen.
- Berechnungsidee: Zielsumme so dimensionieren, dass Kauf-/Baukosten + Nebenkosten (abzüglich Eigenkapital) abgedeckt sind.
- Wichtigster Vorbehalt: Entscheidend ist, wann du das Darlehen brauchst – falls die Zuteilung später erfolgt, kann sich deine Planung verschieben.
- Nächster Schritt: Vergleiche Bauspartarife für Sparziel und Timing anhand von Vertragsbedingungen und Gesamtkosten.
Was ist die Bausparsumme – und wofür brauchst du sie?
Die Bausparsumme ist die Zielsumme deines Vertrags. Praktisch wirkt sie so: Während der Sparphase baust du Bausparguthaben auf, und nach der Zuteilung erhältst du daraus das Bauspardarlehen. Zusammen steht damit fest, wie viel Gesamtvolumen dein Bausparvertrag später für Kauf oder Bau abdecken kann. (https://www.gabler-banklexikon.de/definition/bausparvertrag-56107)
Bausparsumme steuert indirekt deine Finanzierungsstruktur
Die typische Reihenfolge lautet: Sparphase → Zuteilung → Darlehensphase. Je nachdem, welche Zielsumme du wählst, ändert sich die Abstimmung zwischen Sparleistung, Darlehensabruf und deinen Ausgaben (inkl. Nebenkosten).
Pro/Contra-Waage: Wann die Bausparsumme hilft – und wann nicht
Vorteile (typisch sinnvoll, wenn …)
- Planbarkeit über den Zeitablauf: Ein Bausparvertrag strukturiert die Finanzierung in Etappen.
- Nebenkosten mitgedacht: Eine passende Zielsumme kann dabei helfen, dass Nebenkosten später nicht zusätzlich finanziert werden müssen.
- Darlehensnutzung im Vertragsmodell: Die Kombination aus Sparphase und anschließender Darlehensphase kann in deine Bau- oder Kaufplanung passen.
Risiken und Nachteile (bevor du dich festlegst)
- Gesamtkosten zählen: Abschlussgebühren, Kontoführung und Entgelte können die Wirtschaftlichkeit deutlich beeinflussen.
- Prüfe im konkreten Tarif oder Angebot, wie dieser Punkt geregelt ist.
So setzt du die Bausparsumme sinnvoll an (inkl. grober Berechnung)
Nutze die Bausparsumme als Startpunkt für eine konsistente Gesamtplanung (statt nur als „irgendeine Zahl“). Eine einfache Orientierung:
Bausparsumme ≈ (Kauf-/Baukosten + relevante Nebenkosten) – verfügbares Eigenkapital
Beispiel: Zielsumme grob ausrechnen
- Kaufpreis/Baukosten: 250.000 €
- Nebenkosten (grob): 10–12% → 25.000–30.000 €
- Eigenkapital: 50.000 €
Ergebnis grob:
- Bausparsumme ≈ 225.000–230.000 € (weil Eigenkapital bereits vorhanden ist)
Wichtig: Das ist eine überschlägige Orientierung und eine typische Faustregel. Ob die Zuteilung und die konkrete Darlehenskomponente zu deinem Plan passen, klärst du über Tarifbedingungen und einen konkreten Vergleich.
Nebenkosten: Der häufige Unterschied zwischen „reicht“ und „reicht später doch nicht“
In der Praxis wird die Zielsumme oft zu knapp kalkuliert, weil Nebenkosten erst später sichtbar werden. Wenn die Nebenkosten nicht in der Zielsumme abgedeckt sind, kann es zu Finanzierungslücken kommen.
Mindest- und Maximalgrenzen: Warum sie nur der Rahmen sind
Viele Tarife haben Mindest- und Höchstgrenzen. Für deine Entscheidung zählt aber vor allem:
- Passt die Summe zur Finanzierung insgesamt?
- Passt sie zur Zeitachse deiner Nutzung (Zuteilung/Abruf)?
- Welche Gesamtkosten entstehen über die Vertragsdauer?
Zu klein kann bedeuten: Darlehen deckt den Bedarf nicht vollständig. Zu groß kann bedeuten: längere Bindung oder ein Zeitfenster, in dem die Nutzung nicht optimal mit dem Darlehensabruf zusammenfällt.
Kosten & typische Fehler bei der Wahl der Bausparsumme
Typische Kostenpositionen, die du einplanen solltest
- Abschlussgebühren (oft prozentual oder tarifabhängig)
- Kontoführung / laufende Entgelte
- Zusatzentgelte bei Sonderzahlungen, Änderungen oder je nach Vertragsgestaltung
Häufige Fehler
- Nebenkosten vergessen (Zielsumme wirkt am Anfang ausreichend, später fehlt Budget).
- Sparrate zu niedrig gewählt (Zuteilung kommt später als geplant).
- Vertragsbedingungen bei Zuteilung/Abruf übersehen (Zeitplan und tatsächliche Abrufbarkeit passen nicht).
- Kosten nicht gegen Alternativen gerechnet (Vergleich beschränkt sich auf eine einzelne Zins- oder Kostenzeile statt auf die Gesamtrechnung).
Break-even-Logik: Wann sich die Bausparstrategie „rechnet“ – und wann nicht
Damit deine Planung nicht nur rechnerisch, sondern auch zeitlich aufgeht, nutze diese einfache Break-even-Checks:
- Finanzierungs-Break-even (Bedarf vs. Zielsumme): Deckt die Zielsumme (inkl. Nebenkosten – Eigenkapital) deinen späteren Mittelbedarf voraussichtlich vollständig ab?
- Timing-Break-even (Plan vs. Zuteilungszeitpunkt): Kannst du das Darlehen voraussichtlich zum Kauf-/Bauzeitpunkt nutzen, oder verschiebt sich die Zuteilung? (https://www.bw-bank.de/de/home/privatkunden/baufinanzierung/immobilien-lexikon/zuteilung.html)
- Kosten-Break-even (Gesamtkosten vs. Alternative): Sind die Gesamtkosten des Tarifs (inkl. Entgelte) im Vergleich zu Alternativen voraussichtlich wirtschaftlich?
Wenn einer dieser drei Punkte „zu knapp“ ausfällt, kann der Vorteil der Bausparlösung in der Praxis kleiner werden – auch wenn die Grundrechnung der Zielsumme stimmt.
Was du vor dem Tarifvergleich klären solltest (Checkliste)
Bevor du Bauspartarife vergleichst, sammle diese Infos:
- Bedarf: Kauf-/Baukosten + Nebenkosten (und was ist dein Eigenkapital?)
- Zielsumme: Passt sie zum Bedarf und bleibt innerhalb der Tarifgrenzen?
- Timing: Wann brauchst du die Darlehensnutzung (Kauf/Bezug/Bauabschnitt)?
- Flexibilität: Kannst du Sparrate oder Bedingungen anpassen – und welche Kosten entstehen dabei?
- Gesamtkosten: Welche Entgelte fallen im Vertrag an und wie wirken sie auf die Wirtschaftlichkeit?
Empfehlung nach Profil
- Sicherheitsorientiert mit Kaufzeitplan: Zielsumme so wählen, dass Nebenkosten abgedeckt sind, und prüfen, ob die erwartete Zuteilung zum Kaufdatum passt.
- Zinssorgen vor der Darlehensphase: Fokus auf Gesamtrechnung und klare Darlehenszinsplanung im Tarif.
- Hoher Flexibilitätsbedarf: Konservativ planen, weil Zuteilung und Abruf an Bedingungen gekoppelt sein können.
- Alternativen mit Förderungen oder sehr günstigen Bankzinsen: Bausparen gegen Alternativen rechnen – oft entscheidet die Gesamtrechnung.
Nächster Schritt: Bauspartarife vergleichen
Wenn du sehen willst, welche Bausparsumme und welcher Tarif für dein Sparziel und dein Timing infrage kommen, vergleiche Bauspartarife anhand der Vertragsbedingungen und Gesamtkosten.
Nutze den Vergleich auf dieser Seite, um aktuelle Konditionen zu prüfen.
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