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Krautfunding: Was ist das eigentlich? Eine verständliche Erklärung

Krautfunding ist kein fest definierter Finanzbegriff, sondern wird im deutschsprachigen Raum meist scherzhaft als Ausdruck für Schwarmfinanzierung genutzt: Viele Menschen finanzieren gemeinsam Projekte oder Unternehmen über eine Plattform. Je nach Modell kann das von Spenden über Belohnungen bis hin zu Beteiligungen oder Krediten reichen. Entscheidend ist deshalb, welches konkrete Modell vorliegt – und welche Rechte bzw. Risiken damit verbunden sind.

TL;DR

  • Antwort: Krautfunding meint in der Praxis meistens Schwarmfinanzierung (Crowdfunding/Crowdinvesting) über eine Plattform.
  • Wichtig: Nicht der Begriff entscheidet, sondern das Modell (Spende, Reward, Beteiligung, Kredit).
  • Risiko: Keine Erfolgsgarantie – je nach Ausgestaltung kann Kapital ganz oder teilweise verloren gehen.
  • Nächster Schritt: Für einen Überblick passende Angebote prüfen und Crowdinvesting-Angebote vergleichen.

Was bedeutet Krautfunding überhaupt?

„Krautfunding“ ist im deutschsprachigen Raum häufig eine ironische Variante von „Crowdfunding“. Inhaltlich geht es dabei meist um Schwarmfinanzierung: Eine Projektidee wird über viele kleine Beiträge gesammelt, häufig mit Hilfe einer Online-Plattform.

Die wichtigsten Modelle: Was steckt hinter Crowdfunding/Crowdinvesting?

Bei Schwarmfinanzierung können Beiträge sehr unterschiedlich strukturiert sein. Typische Varianten sind:

  • Spendenbasiertes Crowdfunding: Du gibst Geld, ohne eine Rückzahlung zu erwarten.
  • Reward-basiertes Crowdfunding: Du erhältst als Gegenleistung z. B. ein Produkt oder ein Dankeschön.
  • Equity-Crowdfunding (Crowdinvesting): Du investierst und erhältst Beteiligungs-/Gewinnchancen – aber auch Unternehmensrisiken.
  • Crowdlending: Du stellst einem Projekt/Unternehmen einen Kredit bereit und bekommst je nach Ausgestaltung Rückzahlung und Zinsen.

Drei gängige Situationen: So liest du Angebote richtig

Situation 1: „Wenn viele mitmachen, kann das doch nicht so riskant sein.“ Auch bei Schwarmfinanzierung kann ein Projekt scheitern. „Viele Geldgeber“ ersetzt keine inhaltliche oder finanzielle Tragfähigkeit.

Situation 2: „Krautfunding klingt harmlos – das ist doch eher wie eine Spende.“ Der Begriff ist oft nur Umgangssprache. Dahinter können je nach Plattformmodell sehr unterschiedliche Erwartungen stecken – von „ohne Rückzahlung“ bis „investieren mit Unternehmensrisiko“.

Situation 3: „Ich erwarte Rückzahlung oder planbare Konditionen.“ Dann ist besonders wichtig, ob es tatsächlich um Crowdlending geht (also Kreditlogik) – oder ob das Angebot eher in Richtung Beteiligung oder Reward einzuordnen ist.

So ordnest du dein Angebot richtig ein (ohne dich verunsichern zu lassen)

Mach einen kurzen Modell-Check. Die Fragen sind simpel, aber sie trennen Missverständnisse:

  • Erwartest du eine Rückzahlung? Dann ist es eher Crowdlending.
  • Geht es um Beteiligung/Erfolgschancen? Dann ist es eher Crowdinvesting/Equity.
  • Geht es um Unterstützung ohne finanzielle Ansprüche? Dann sind Spenden/Reward wahrscheinlich.

So passt du deine Erwartungshaltung sauber an das tatsächliche Modell an.

Was ist ein „Entscheidungsanker“ statt Bauchgefühl?

Statt nur auf den Ton des Angebots zu schauen, achte auf die Kernelemente:

  • Rechte und Pflichten: Was bekommst du im Erfolgsfall – und was bedeutet der Worst Case?
  • Plausibilität von Zielen und Vorgehen: Sind Aussagen nachvollziehbar, oder bleiben sie vage?
  • Risikoinformationen: Werden Risiken klar benannt und verständlich eingeordnet?
  • Dein Einsatzrahmen: Nur so einsetzen, dass dich ein Verlust nicht existenziell trifft.

Risiken: Was du bei Schwarmfinanzierung realistisch einplanen solltest

Schwarmfinanzierung kann spannend sein, aber sie ist selten „risikolos“. Typische Punkte:

  • Projekt-/Unternehmensrisiko: Ob und wie ein Vorhaben funktioniert, ist nicht sicher.
  • Kapital kann verloren gehen: Besonders bei Beteiligungsmodellen sind Verluste möglich.
  • Zeit- und Umsetzungsrisiken: Projekte können sich verzögern oder Ergebnisziele verfehlen.
  • Informationslage: Nicht jede Plattform liefert im gleichen Detailgrad Daten – daher sorgfältig prüfen.

Restrisiko: Was trotz guter Prüfung übrig bleibt

Selbst wenn du die Informationen prüfst und das Modell korrekt einsortierst, bleibt ein Rest-Risiko: Unternehmen können sich anders entwickeln als geplant, Zahlungsflüsse können ausfallen, und Projekte können scheitern. „Risiko minimieren“ bedeutet daher nicht „Risiko ausschließen“.

Entscheidung: Wann du besser stoppst

Triff keine Investitionsentscheidung, wenn mindestens einer dieser Punkte zutrifft:

  • Du kannst das Modell (Spende/Reward/Beteiligung/Kredit) nicht klar erkennen.
  • Risiken und Worst-Case-Folgen werden nicht verständlich beschrieben.
  • Aussagen wirken vage oder wichtige Informationen fehlen.
  • Du willst eine Summe einsetzen, die dich im Verlustfall stark treffen würde.

Nächster Schritt je Profil: unterschiedliche nächste Prüfungen

  • Wenn du vor allem „Unterstützung“ suchst (ohne finanzielle Ansprüche): Prüfe, welche Gegenleistungen bei Reward angeboten werden und ob Erwartungen darüber hinausgehen.
  • Wenn du planbare Rückzahlung oder Konditionen erwartest: Prüfe, ob es sich tatsächlich um Crowdlending handelt und welche Rückzahlungslogik genannt wird.
  • Wenn du auf Unternehmensbeteiligung setzt: Prüfe besonders die wirtschaftlichen Grundlagen, die Risiken und die Frage, wie sich Wertentwicklung im Worst Case darstellen könnte.

Wo du als Nächstes sinnvoll weitergehst

Wenn du dich für Crowdinvesting interessierst, variieren Konditionen je Plattform und je Projekt. Ein verlässlicher Überblick gelingt meist erst, wenn du mehrere Angebote vergleichst.

Wenn Sie sich näher informieren möchten, vergleichen Sie unterschiedliche Angebote und achten Sie dabei auf die Modell-Details.

Häufige Fragen

Ist Krautfunding dasselbe wie Crowdfunding?

Meist ja im inhaltlichen Sinne: Krautfunding wird typischerweise als scherzhafte Bezeichnung für Schwarmfinanzierung verwendet. Ausschlaggebend bleibt aber immer das konkrete Modell auf der Plattform.

Was bedeutet Schwarmfinanzierung?

Schwarmfinanzierung heißt, dass eine Vielzahl von Menschen gemeinsam Geld für ein Projekt bereitstellt – online koordiniert über eine Plattform.

Welche Risiken gibt es besonders beim Crowdinvesting?

Gibt es bei Schwarmfinanzierung „sichere“ Entscheidungen?

Nicht wirklich. Du kannst aber das Risiko von Fehlentscheidungen reduzieren, indem du das Modell, die Angaben und die Risiken sorgfältig prüfst – und dein Risiko nicht auf ein einzelnes Projekt konzentrierst.

Welche Rolle spielt die Prospekt-/Informationspflicht?

In Deutschland gilt grundsätzlich: Öffentliche Angebote von Wertpapieren bzw. Vermögensanlagen dürfen nicht ohne den dafür vorgesehenen (gebilligten) Prospekt bzw. bestimmte Informationsunterlagen erfolgen. Details hängen vom konkreten Produkt und der Einordnung ab. (bafin.de)

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