Bankkonto wechseln: Schritt-für-Schritt Anleitung
Wenn du dein Girokonto wechseln willst, gehst du am passende strukturiert vor: neues Konto eröffnen, Kontowechselservice beauftragen, Daueraufträge und Lastschriften aktiv nachprüfen und das alte Konto noch eine Übergangszeit parallel nutzen.
TL;DR
- Antwort: Kontowechselservice starten, dann Daueraufträge/Lastschriften im Online-Banking prüfen und das alte Konto in einer Übergangsphase parallel laufen lassen.
- Entscheidendes Kriterium: Wie viele Zahlungspartner hängen am alten Konto (Daueraufträge/Lastschriften).
- Wichtigster Vorbehalt: Der Wechsel ist nicht „am selben Tag“ final – plane Zeit für die Umstellung ein.
- Nächster Schritt: Erst neues Konto + Service aktivieren, dann kontrollieren, bis alles korrekt umgestellt ist.
Bankkonto wechseln: Das brauchst du als Überblick
Bevor du loslegst, sieh dir dein altes Girokonto strukturiert an:
- Daueraufträge (z. B. Miete/regelmäßige Zahlungen)
- Lastschriften (z. B. Strom, Versicherungen, Abos)
- Wichtige Zahlungspartner, die deine IBAN benötigen (z. B. Arbeitgeber, Behörden, Dienstleister)
Das Ziel: Du willst wissen, welche regelmäßigen Zahlungen umziehen müssen und was nach dem Service eventuell noch manuell nachzujustieren ist.
Schritt-für-Schritt: Dein Kontowechsel (klare Reihenfolge für die Vorbereitung & Kontrolle)
Vorbereitung: Was du vor dem Beauftragen klären solltest
- Zahlungsströme erfassen: Notiere Daueraufträge und Lastschriften, die regelmäßig laufen.
- Zahlungspartner priorisieren: Markiere die wichtigsten Empfänger (z. B. Miete, Strom, Arbeitgeber, Versicherungen).
- Neues Konto bereitstellen: Eröffne das neue Girokonto, damit du die neue IBAN direkt nutzen kannst.
Plausibilitätscheck: Vergleiche deine Liste mit den Buchungen
- Gleiche deine Liste mit dem Online-Banking der letzten Wochen ab (damit du keine wiederkehrende Buchung übersiehst).
Typische Stolpersteine, bei denen du genauer hinschauen solltest
- Du hast unklare oder „wechselnde“ Abbuchungen und kannst sie nicht zuordnen.
- Du willst das alte Konto zu früh schließen, obwohl noch Umstellungen/Prüfungen laufen können.
Konsequenz, wenn dir etwas unklar ist: Kündige nicht vorschnell
- Verschiebe die Kündigung und plane Zeit für die Nachkontrolle ein.
- Wenn du Buchungen nicht eindeutig zuordnen kannst: erst klären, dann kündigen.
Startklar, wenn: Du kannst auf einen Blick sagen, welche Daueraufträge/Lastschriften am alten Konto laufen
- Du kannst auf einen Blick sagen, welche Daueraufträge/Lastschriften am alten Konto laufen, und das neue Konto ist aktiv (IBAN vorhanden).
Schritt 1: Neues Konto auswählen und eröffnen
Wähle dein neues Girokonto nach deinen Kriterien (z. B. Kosten, Bargeldzugang, App/Bedienung) und eröffne es, bis du deine neue IBAN hast.
Sobald das Konto steht, hast du die Grundlage, um den Kontowechselservice für den Umzug deiner Zahlungsaufträge zu starten.
Schritt 2: Kontowechselservice beauftragen
Beauftrage den Kontowechselservice über die neue Bank. Der Service kann dabei helfen, Zahlungsaufträge (insbesondere Daueraufträge und Lastschriften) zwischen alter und neuer Bank umzustellen.
Typischerweise geht es dabei um:
- die Identifikation deiner bestehenden Daueraufträge und Lastschriften
- die Weitergabe deiner neuen Kontoverbindung an die vorgesehenen Empfänger
- die Benachrichtigung relevanter Stellen, damit die Umstellung umgesetzt werden kann
Schritt 3: Daueraufträge und Lastschriften nach dem Wechsel prüfen Auch wenn der Kontowechselservice viel abnimmt: Prüfe danach aktiv, ob wirklich alles korrekt übertragen wurde.
Kontrollfokus:
- Vermieter/Hausverwaltung (Mietzahlungen)
- Arbeitgeber (Gehaltseingang)
- Strom-/Gasversorger
- Versicherungen
- Telefon-/Internet-Provider
- Abos (z. B. Streaming, Fitnessstudio)
Konkreter Check: Vergleiche relevante Buchungen
- Vergleiche die letzten relevanten Buchungen am alten Konto mit dem neuen Konto im Online-Banking.
- Achte auf Buchungen rund um typische Abbuchungs-/Ausführungstermine.
Red Flags (wenn etwas nicht passt):
- Eine erwartete Abbuchung taucht im neuen Konto nicht auf.
- Eine Zahlung läuft noch vom alten Konto oder zeigt Rückläufer.
Wichtig: Kündige das alte Konto nicht sofort weiter, sondern warte, bis die fehlenden/fehlerhaften Buchungen geklärt sind
- Kündige das alte Konto nicht sofort weiter, sondern warte, bis die fehlenden/fehlerhaften Buchungen geklärt sind.
Umstellung abgeschlossen, wenn: Alle wichtigen wiederkehrenden Positionen über mehrere Buchungszyklen korrekt auf dem neuen Konto angekommen sind
- Alle wichtigen wiederkehrenden Positionen sind über mehrere Buchungszyklen korrekt auf dem neuen Konto angekommen.
Schritt 4: Altes Konto parallel laufen lassen (Übergangszeit)
Lass das alte Konto nach dem Wechsel noch eine Zeit geöffnet, damit eventuelle Rückläufer oder verspätet umgestellte Zahlungen nicht ins Leere laufen.
So gehst du planbar vor:
- Übergangsphase einplanen, damit die Umstellung vollständig „durchläuft“
- Kontoauszüge kontrollieren, bis alle erwarteten Zahlungen sauber umgezogen sind
- erst danach das alte Konto schließen bzw. kündigen
Schritt 5: Altes Konto kündigen und das Ende sauber abschließen
Wenn die Umstellung abgeschlossen ist, kündige das alte Konto fristgerecht.
Wichtig ist, dass du vor der Kündigung:
- offene Restbuchungen überprüfst
- sicherstellst, dass keine Lastschrift mehr vom alten Konto kommt
- genug Zeit für die letzte Abwicklung gelassen hast
Damit vermeidest du unnötige Rückläufer, Mahnläufe oder Nacharbeiten.
Häufige Fehler beim Kontowechsel (und wie du sie vermeidest)
- Zu früh kündigen: Plane immer eine Übergangszeit ein.
- Nicht nachkontrollieren: Selbst bei Service-Unterstützung lohnt sich der Abgleich im Online-Banking.
- Unklare Zahlungspartner-Liste: Wenn du Daueraufträge/Lastschriften übersiehst, passiert die Fehlersuche später – und kostet Zeit.
Checkliste: Dein Kontowechsel in der richtigen Reihenfolge
- Zahlungspartner und Zahlungsarten am alten Konto erfassen (Daueraufträge/Lastschriften)
- Neues Konto eröffnen (IBAN bereithalten)
- Kontowechselservice der neuen Bank beauftragen
- Nach dem Start: neue Kontodaten und relevante Buchungen im Online-Banking prüfen
- Über mehrere Buchungszyklen nachhalten, ob alles umgezogen ist
- Altes Konto in der Übergangszeit offen lassen
- Erst dann: Kündigung/Abschluss des alten Kontos
Wann ein Kontowechselservice besonders hilfreich ist
Wenn du viele Zahlungspartner hast oder dich nicht sicher bist, wie „vollständig“ die automatische Umstellung war:
- Arbeite mit deiner letzten Kontoübersicht/den Kontoumsätzen
- Vergleiche geplante wiederkehrende Zahlungen mit dem neuen Konto
- Halte die Übergangszeit bewusst etwas länger als zu knapp
Kannst du die Vergütung/Preise aktuell sehen?
Konditionen und mögliche Gebühren hängen stark vom konkreten Konto und deiner Nutzung ab. Aktuelle Kosten und Konditionen siehst du in der Vergleichsansicht auf dieser Seite.
FAQ – Häufige Fragen zum Kontowechsel
Wie lange dauert ein Bankwechsel? Die technische Übertragung hängt vom Umstellungsprozess ab. Die finale Sicherheit entsteht aber erst, wenn alle erwarteten Buchungen im neuen Konto angekommen sind. Plane daher eine Übergangszeit ein.
Kann ich das alte Konto sofort kündigen? Eher nicht: Wenn noch Lastschriften oder Zahlungen während der Umstellung kommen, kann das ins Leere laufen. Besser: Erst prüfen, dann kündigen.
Werden meine Daueraufträge automatisch übertragen? Der Kontowechselservice unterstützt dabei, indem er die Umstellung deiner Zahlungsaufträge organisiert. Entscheidend ist anschließend deine Kontrolle im Online-Banking.
Wie erkenne ich, ob noch etwas auf dem alten Konto läuft? Über Kontoumsätze und den Status deiner wiederkehrenden Zahlungen. Wenn nach der Übergangszeit noch Abbuchungen fehlen oder falsch laufen, prüfe die betreffenden Buchungen gezielt.
Weiterführende Informationen
Wenn du weitere Themen rund um Girokonten suchst, nutze die passenden Ratgeber auf geldio.de:
- Das große Handbuch zum 0-Euro-Konto: Was du wissen solltest: /banking/girokonto/0-euro-konto-was-du-wissen-solltest/
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